Digitalisierung neu denken – mit Strategie zum Erfolg



Im ersten Teil unserer fünfteiligen Blogserie „Unternehmen im Wandel: Geschäftsmodelle und Investitionen für die neue Zukunft“ widmen wir uns dem Schwerpunktthema Digitalisierung.


Immer mehr kleine und mittlere Unternehmen beschäftigen sich mit der digitalen Transformation. Die gute Nachricht vorweg: Laut KfW-Digitalisierungsbericht hat jedes dritte KMU im Krisenjahr 2020 seine digitalen Aktivitäten ausgeweitet. Meist wurden die Digitalisierung von Kontaktpunkten, neue Anwendungen und Strukturen oder auch einfach Know-how ausgebaut. Die schlechte: Ein Drittel unternimmt keine Anstrengungen, um die Digitalisierung voranzubringen.

Ein ähnliches Bild zeichnet eine Umfrage des Agenturvermittlers sortlist, in der 47 Prozent der befragten deutschen Geschäftsführer*innen und Inhaber*innen eine Beschleunigung der Digitalisierung feststellen. Hier sind das Arbeiten von zu Hause aus, der Online-Vertrieb und neue externe Kommunikationskanäle die Treiber. Bei 28 Prozent war nach eigenen Angaben genau das Gegenteil der Fall und für 23 Prozent hat sich nichts verändert.  Als Hindernisse wurden beispielsweise fehlendes Budget oder der Mangel an staatlicher Unterstützung angeführt. 

Beide Umfragen zeigen: Die Bedeutung ist den Unternehmen klar, die Gemengelage ist divers. Manche Unternehmen schreiten digital voran, während andere mit Herausforderungen kämpfen. Was also tun, um mit der Digitalisierung voranzukommen? Und reichen Homeoffice oder die Verlagerung des Vertriebs in den Online-Bereich aus, um als Unternehmen langfristig – auch nach der Corona-Pandemie – digital gut aufgestellt zu sein?


Digitalisierung in Unternehmen – was bedeutet das überhaupt?

Digitalisierung bezeichnet das Umwandeln von analogen Werten in digitale Formate. Einfaches Beispiel: Ein Brief wird digitalisiert, indem er gescannt wird. 

Im unternehmerischen Kontext steht der Begriff oft für die digitale Transformation. Bei der „internen Digitalisierung“ handelt es sich um die Art und Weise, wie Unternehmen arbeiten. Dazu zählt beispielsweise die Digitalisierung von Arbeitsabläufen und Produktionsprozessen. Oft wandelt sich, zum Beispiel durch Chat-Lösungen als neuer Weg der Kommunikation, auch die Kultur im Unternehmen. 

Im Gegensatz dazu geht es bei der Digitalisierung von Geschäftsmodellen um die Ausweitung des bisherigen Geschäftsfelds und die Erschließung neuer Kundengruppen, sprich: um die externen Aktivitäten des Unternehmens. Abhängig vom jeweiligen Kontext kann der Begriff also mehrere Bedeutungen haben.


Am Anfang steht die Strategie

Für die Veränderungen, die mit der Digitalisierung einhergehen, braucht ein Unternehmen eine ganzheitliche Strategie, aus der Ziele sowie ein klarer Fahrplan abgeleitet werden. Zuvor hilft eine erste Einschätzung zum Stand der Digitalisierung in Ihrem Unternehmen. Der Digitalcheck Mittelstand ist speziell auf KMU zugeschnitten und betrachtet insgesamt sieben Bereiche der Digitalisierung: Strategie, Kunden, Produkte & Dienstleistungen, Prozesse, Organisation, IT-Infrastruktur & Technologie sowie Umwelt. Basierend auf dem Stand der Digitalisierung in Ihrem Unternehmen liefert der Test einen umfassenden Ergebnisbericht und konkrete Handlungsempfehlungen. 

Die nächste Aufgabe ist dann, die für Sie interessanten Potenziale und Optimierungen zu identifizieren und diese in die passende Strategie zu übersetzen. Das schafft Fokus und legt Prioritäten fest. Denn alles auf einmal geht nicht.

Nur mit einer klaren und nachvollziehbaren Strategie, in der die Überlegungen zur Digitalisierung festgelegt sind, werden Sie auch Ihre Mitarbeiter*innen davon überzeugen können, sich auf die neuen Herausforderungen einzulassen.


Holen Sie sich kompetente Unterstützung

Sie haben eine gute Idee davon, wo Sie heute stehen, aber bei der Übersetzung hapert es noch? Dann bieten die „Mittelstand 4.0-Kompetenzzentren“ kompetente Unterstützung. Sie bieten kostenfreie Workshops, Seminare, Infoveranstaltungen und Publikationen und sensibilisieren kleine und mittlere Unternehmen für die technologischen Herausforderungen der Digitalisierung. Zusätzlich stellen sie Informationen und Wissen, zum Beispiel in Form von Checklisten, bereit und unterstützen Unternehmen bei der Entwicklung von marktfähigen Lösungen.

„Oft führen fehlende finanzielle und personelle Ressourcen dazu, dass Mittelständler Projekte auf die lange Bank schieben oder sie weniger strukturiert angehen“, sagt Martin Lundborg, Leiter der Begleitforschung von Mittelstand-Digital. „Mit Unterstützung der Kompetenzzentren stehen die Unternehmen nicht mehr allein vor den Herausforderungen der Digitalisierung und können auf ein großes Netzwerk an Fachleuten zurückgreifen, die sie durch den Transformationsprozess begleiten.“

Wer Verbündete für neue Ideen sucht, findet bei der Digital Hub Initiative ein Netzwerk für Unternehmen, Start-Ups und Investoren. Jedes der zwölf Hubs hat seinen eigenen Schwerpunkt, so dass sich Unternehmer leicht orientieren können, an welchem Standort sie mit ihrem Geschäftsfeld richtig sind.


Finanzierung der Digitalisierung

Die Einführung wegweisender Software inklusive entsprechender Beratung und Lizenzen geht finanziell schnell in den fünf- oder gar sechsstelligen Bereich. Ein neues Geschäftsmodell benötigt Entwicklung, Personalaufbau und Zeit, bis es am Markt etabliert ist. Und Mitarbeiter*innen zu schulen ist genauso wertvoll wie kostenintensiv. Digitalisierung ist teuer. Wie also die Vorhaben finanzieren?

Das Förderprogramm „Digital Jetzt“ richtet sich an Unternehmen mit Digitalisierungsplänen. Über einen Fragenkatalog wird das Vorhaben erfasst und die Förderwürdigkeit geprüft. Neben Technologien sollen hier auch Beschäftige und ihr Know-how gefördert werden. Die Förderung beträgt bis zu 50.000 Euro pro Unternehmen, anteilig anhand der Investitionssumme. Dazu kommen regionale oder industriespezifische Unterstützungsprogramme. Und steuerliche Vorteile: Digitale Güter können seit Anfang 2021 innerhalb eines Jahres abgeschrieben werden.

Eine Lücke bleibt in den meisten Fällen dennoch. Wer viel vorhat, hat die Wahl: aus eigenen Mitteln schöpfen oder einen langfristigen Investitions- oder Ratenkredit in Anspruch nehmen. Ersteres wahrt die Unabhängigkeit, verringert jedoch die frei verfügbaren Mittel des Unternehmens. Letzterer schafft den notwendigen Freiraum bei gleichzeitig niedriger finanzieller Belastung für den laufenden Betrieb.


Fazit: KMU sollten die digitale Transformation aktiv angehen

Die zahlreichen Entwicklungen der Digitalisierung sind gleichzeitig Chancen für wirtschaftlichen Erfolg – sei es in der Produktion, im Vertrieb oder im Marketing. Wer sich digital aufstellt, kann nicht nur Krisenzeiten besser überstehen, sondern wird davon auch in einer Nach-Lockdown-Zeit profitieren. Und ist damit für die neue Zukunft gut aufgestellt.