FinTechs here FinTechs there FinTechs everywhere – Die deutsche Standortdebatte

Berlin oder Frankfurt - FinTech Standortdebatte

Aktuell erheben sich viele Stimmen und fordern einen FinTech Hub für Deutschland, aber was macht einen Fintech-Standort eigentlich aus?

Die Diskussion rund um den FinTech Hub in Frankfurt sehe ich total positiv, aber eben nicht aus einer regionalen Brille, sondern weil es den deutschen FinTech Standort weiterbringt. Hier einige Dinge zu bündeln und damit neue Investoren, globale FinTechs und Talents anzuziehen muss das Ziel sein. Davon profitieren auch die anderen Standorte. Dass sich gerade die lokale hessische Politik so für das FinTech Ökosystem einsetzt, sollte auch für andere Städte und Regionen Ansporn sein, die lokale Finanzindustrie aktiver zu unterstützen.
 

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Also lasst uns bitte keine innerdeutsche Debatte daraus machen und die Standorte gegeneinander ausspielen. Von Münchens Schickeria bis Nordisch by Nature, vom traditionellen deutschen Finanzplatz Frankfurt bis zum polyglotten Berlin, hierzulande haben sich FinTechs aus gutem Grunde überall niedergelassen. Das hat viele Gründe und lässt sich nicht einfach nur mit niedrigen Lohnkosten, hippem Lifestyle oder konservativer Bankerszene erklären.

Steffen von Blumrödel

Einige gründen dort, wo sie aufgewachsen sind, andere stürzen sich in das Abenteuer Großstadt, manches FinTech wird auf der grünen Wiese hochgezogen. Wichtig für alle ist es, die richtigen Talente für sich zu gewinnen. Da ist die föderale Verteilung über ganz Deutschland doch ein ziemlicher Vorteil, wenn man sich den „War for Talents“ in zentralistischen Standorten wie London oder Paris anguckt. Internationale Talente wird man nicht so einfach in die Provinz bekommen, da heißt es schon frühzeitig, sich mit der FinTech Community auszutauschen und Konzepte für sie zu entwickeln, wie man hier die richtigen Skills entwickelt.

Neben den richtigen Talenten spielen vor allem die regulatorischen Rahmenbedingungen eine zunehmend wichtige Rolle. Hier müssen wir in Deutschland einfach digitaler werden und agiler mit neuen Geschäftsmodellen umgehen. Es kann ja nicht sein, dass Startups lieber nach London gehen, weil die FCA dort „Sandboxing“ erlaubt. In den letzten 12 Monaten hat sich beim deutschen Regulator einiges getan und auch die Aufsicht macht einige kleine Schritte in die richtige Richtung. Von englischen Verhältnissen können wir aktuell aber nur träumen. Wir werden weiter für die Interessen der FinTechs hart kämpfen müssen, damit sich hier nachhaltig etwas verbessert. Wer mehr über meine aktuellen Stellungnahmen oder unser Positionspapier zum Status Quo der FinTechs in Deutschland herunterladen möchte, der geht einfach auf www.bitkom.org/banking-finance.

 

Zum Autor: Bereichsleitung Banking, Financial Services und FinTechs

Steffen von Blumröder Bitkom

Steffen von Blumröder (42) ist diplomierter Betriebswirt und hält einen MBA in Unternehmensführung und Wirtschaftsethik.
2012 übernahm er im Bitkom die Bereichsleitung Banking, Financial Services und FinTechs. Er hat dort eine Dialogplattform für Banken und FinTechs aufgebaut und setzt sich für innovationsfreundliche Rahmenbedingungen ein. Er ist Speaker zur Digitalisierung des Finanzsektors und Jurymitglied bei unterschiedlichen FinTech Pitch Wettbewerben.
Zuvor war von Blumröder bei den Tech Riesen Oracle und CSC, wo er globale Großkunden bezüglich IT Infrastruktur, Cloud Computing und Applikation Management beriet.

Das Video zur Bitkom hub.conference zu „The Future of Banking“ u.a. mit Simon Baldus, unserem Head of Business Development

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