Digitalisierung & Fachkräftemangel – die neuen Herausforderungen für den deutschen Mittelstand

Herausforderung Fachkräftemangel

Nachlassen der Konjunktur und drohender Fachkräftemangel: das sind laut einer Studie der KfW die Sorgen, die Unternehmen in Deutschland beschäftigen. Dabei gibt es Einiges, das Unternehmen tun können, um sicherzustellen, dass das Geschäft auch unter den prognostizierten suboptimalen Bedingungen weiterhin floriert.

79,6% – das ist der Anteil der von der KfW befragten Unternehmen, die Fachkräftemangel als Hindernis für die Geschäftstätigkeit angibt. Die konjunkturelle Entwicklung, konkret das  Nachlassen des Wirtschaftsaufschwungs beschäftigt mit 52,0% immerhin mehr als jedes zweite Unternehmen. Während bisher in den Medien Nachrichten über die gute Konjunktur und die damit einhergehende Reduzierung der Arbeitslosenquote überwogen, zeichnet sich langsam aber sicher eine Trendwende ab: Unternehmen fürchten, dass der Wirtschaftsaufschwung – angefeuert durch internationale Krisen – mittelfristig abflauen könnte und statt Vollbeschäftigung dominieren Berichte über Fachkräftemangel die Medien.

Widerstandsfähig durch Digitalisierung

Die letzte Rezession hat gezeigt, dass deutsche Unternehmen dank Globalisierung und Digitalisierung gut aufgestellt sind und sich im globalen Wettbewerb aufgrund technischer Innovationen behaupten können. Dafür dienen als Indikator die krisenfesten Arbeitsplätze, die die letzte Rezession überstehen konnten – denn 2009 brach zwar das Bruttoinlandsprodukt ein, die meisten Arbeitsplätze konnten allerdings erhalten werden. Unternehmen, die ihre Prozesse optimieren und global operieren, profitieren ganz klar von einem Wettbewerbsvorteil in einem herausfordernden Geschäftsumfeld. Ebenfalls besser aufgestellt sind Unternehmen, die vor allem regional und im Dienstleistungssektor agieren und von den Schwankungen des globalen Handels einigermaßen unabhängig sind. Konkret heißt das, Unternehmen sollten jetzt schon ihre Geschäftsmodelle und -prozesse daraufhin untersuchen, ob diese krisenresistent und global wettbewerbsfähig sind und gegebenenfalls optimieren. Dabei können sie von den Förderprogrammen für Digitalisierungsprojekte durch die Bundesländer profitieren.

Fachkräftemangel entgegenwirken

Die Politik arbeitet an diversen Maßnahmen, um den Folgen des demografischen Wandels entgegenzuwirken, wie z. B. der Vorschlag, das gesetzliche Renteneintrittsalter erneut anzuheben. Unternehmen sollten allerdings nicht darauf warten, dass sich die Rahmenbedingungen zu ihren Gunsten ändern, sondern schon jetzt demFachkräftemangel im eigenen Betrieb gegensteuern.

Während Investitionen erwiesenermaßen Arbeitsplätze schaffen und zur Umsatzsteigerung beitragen, können Investitionsgelder auch dafür eingesetzt werden qualifiziertes Personal zu rekrutieren, indem beispielsweise Umzugskosten für neue Angestellte aus dem Ausland übernommen werden oder Einstiegsboni bzw. attraktivere Gehälter gezahlt werden.

Stellen könnte man auch besetzen, indem Firmen Personal, das durch Automatisierungsmaßnahmen an einer Stelle einspart wird, durch Weiterbildungsangebote auf Stellen mit höherem Qualifizierungsanspruch vorbereitet werden. Unternehmen, die in die Weiterbildung ihrer Angestellten investieren, profitieren gleich doppelt: die Bindung besser ausgebildeter Angestellte mit fundiertem Firmenwissen an das Unternehmen und die Positionierung als attraktiver Arbeitsgeber.

Digitalisierungsmaßnahmen kombiniert mit zielgerichteten Investitionen können also durchaus effektiv eingesetzt werden, um die Folgen des prognostizierten Fachkräftemangels zumindest teilweise abzufangen und das Geschäftsmodell zu optimieren. Unternehmen, die schon jetzt entsprechende Weichen stellen, haben dann die besten Voraussetzungen auch in suboptimalen Bedingungen zu florieren, sollte der Wirtschaftsaufschwung allmählich abflauen.

 

Photo:  Samuel Zeller über Unsplash

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