Was sich 2022 für kleine und mittlere Unternehmen ändert

Eine Frau sitzt vor einem Laptop und schaut auf ihr Smartphone.


SPD, Grüne und FDP haben sich auf eine Koalition geeinigt. Gut möglich, dass die neue Bundesregierung bereits 2022 gesetzliche Weichen neu stellt. Es gibt aber auch einige Änderungen, die schon länger feststehen und auf die sich kleine und mittlere Unternehmen im kommenden Jahr auf jeden Fall einstellen müssen. Wir haben die wichtigsten zusammengetragen.


Personenhandelsgesellschaften können sich wie Kapitalgesellschaften besteuern lassen

Ab dem 1. Januar 2022 haben Personenhandelsgesellschaften und Partnerschaftsgesellschaften die Option, steuerlich wie Kapitalgesellschaften behandelt zu werden. Diese Möglichkeit ist Teil des 2020 beschlossenen Gesetzes zur Modernisierung des Körperschaftsteuerrechts und soll die Wettbewerbsfähigkeit dieser Unternehmensformen stärken. Ob sich das für ein Unternehmen lohnt, sollte man mit einem Steuerberater durchrechnen.


Änderungen im Kaufrecht

Wenn Verbraucherverträge online abgeschlossen werden, muss man sie künftig auch online kündigen können. Anbieter müssen dafür ab 1. Juli 2022 einen Kündigungsbutton auf ihrer Website integrieren. Das ist aber nur eine von mehreren Änderungen, die 2022 im Kaufrecht greifen. Die IHK Oldenburg stellt auf ihrer Website eine gute Übersicht zur Verfügung.


Mindestlohn erhöht sich

Die wahrscheinlich künftige Regierungskoalition aus SPD, Grünen und FDP hat sich auf eine Erhöhung des Mindestlohns auf 12 Euro geeinigt. Ab wann genau das gelten soll, ist noch nicht bekannt. Davon unabhängig erhöht sich der Mindestlohn aber bereits im kommenden Jahr in zwei Schritten: zum 1. Januar 2022 auf 9,82 Euro und zum 1. Juli 2022 auf 10,45 Euro.


Digitale Krankschreibung kommt

Ein Stück Entbürokratisierung im Personalwesen: Der gelbe Schein wird demnächst überflüssig. Ab 1. Juli 2022 sollen Krankenkassen die Daten zur Arbeitsunfähigkeit von Arbeitnehmer*innen digital an Arbeitgeber*innen weiterleiten. Das heißt, dass Beschäftigte dann nicht mehr selbst die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bei ihren Arbeitgeber*innen vorlegen müssen.


Neue Vorschriften bei betrieblicher Altersvorsorge

Die betriebliche Altersvorsorge ist in Deutschland sehr beliebt und wird von vielen Arbeitnehmer*innen in Anspruch genommen. Eine Möglichkeit ist, einen Teil des Gehalts in eine Betriebsrente umzuwandeln. In diesem Fall sind Unternehmen verpflichtet, einen Zuschuss zur Altersvorsorge in Höhe von 15 Prozent zu leisten, wenn sie durch die Entgeltumwandlung Sozialversicherungsbeiträge einsparen. Das gilt schon länger, bisher aber nur für Verträge, die ab 2019 geschlossen wurden. Ab dem 1. Januar 2022 gilt dies jedoch auch für ältere Verträge.


Solarpflicht für Nichtwohngebäude in Baden-Württemberg

Der Solar-Anteil an der Stromerzeugung in Deutschland wächst stetig – und dürfte in Zukunft noch stärker wachsen. In Baden-Württemberg setzt man jedenfalls voll auf Solarstrom: Ab dem 1. Januar 2022 müssen neu errichtete Gewerbeimmobilien mit einer Solaranlage ausgestattet werden. Ab Mai 2022 wird diese Pflicht auf neue Wohngebäude und ab 2023 auf Dachsanierungen ausgeweitet.

In Berlin und Hamburg (alle Neubauten) sowie Rheinland-Pfalz (gewerbliche Neubauten) ist ebenfalls eine Solarpflicht ab 2023 beschlossen worden. Andere Bundesländer dürften bald nachziehen – auch eine bundesweite Solarpflicht für neue Gewerbeimmobilien ist möglich.