Wie kleine und mittlere Unternehmen ihr Recruiting optimieren können

Junger Mann gibt einem anderen Mann die Hand und freut sich


Der Fachkräftemangel bleibt auch nach der Corona-Pandemie ein wichtiges Thema für die deutsche Wirtschaft. Gerade kleine und mittlere Unternehmen sind davon betroffen, da sie über weniger Bekanntheit und Anziehungskraft für Talente verfügen als große Marken und Konzerne. Außerdem stehen meist keine starken Personalabteilungen zur Verfügung, die in großem Umfang auf die Suche nach Bewerberinnen und Bewerbern gehen.

Wir haben Ihnen deshalb einige Tipps zusammengestellt, wie Sie Ihr Recruiting optimieren können. Und wir zeigen auf, wann es sinnvoll ist, sich externe Unterstützung für das Recruiting zu holen.


Stellenanzeigen richtig formulieren

Die Stellenanzeige ist meist der erste Eindruck, den mögliche Bewerber*innen von Ihrem Unternehmen bekommen. Nutzen Sie die Chance, sich schon hier einen Vorteil zu verschaffen. Für die Stellenbeschreibung gilt: Je konkreter das Aufgabengebiet dargestellt wird, umso besser können Jobsuchende sich die Stelle vorstellen. Das macht einen guten Eindruck auf die potenziellen Kandidatinnen und Kandidaten und erhöht die Passgenauigkeit der eingehenden Bewerbungen.

Bei den Anforderungen an die Bewerbenden sollte man genau hinschauen, ob die eigenen Ansprüche realistisch sind: Für eine Juniorstelle mehrere Jahre Berufserfahrung oder Kenntnisse in fünf unterschiedlichen Gebieten vorauszusetzen ist zum Beispiel eher kontraproduktiv. Überzogene Anforderungen schrecken ab und vermitteln kein gutes Bild des Unternehmens. Ein realistisches Bewerber*innen-Profil hingegen zeigt, dass Sie eine klare Vorstellung der Stelle und eine angemessene Erwartungshaltung haben.

In der Unternehmensbeschreibung können Jobsuchende auf schnörkelige, aber nichtssagende Beschreibungen wie „inspirierende Atmosphäre“ gut verzichten. Beschränken Sie sich lieber auf Fakten und echte Vorteile, mit denen die potenziellen neuen Mitarbeitenden etwas anfangen können. So machen Sie deutlich, dass Sie Ihr Arbeitsumfeld nicht nur schönreden, sondern tatsächlich arbeitnehmerfreundlich gestalten möchten.


Die Bedeutung der eigenen Karriereseite nicht unterschätzen

Die potenziellen Kandidatinnen und Kandidaten wollen sich eine konkrete Vorstellung machen, was und wer sie in Ihrem Unternehmen erwartet. Die Karriereseite auf der Unternehmenswebsite ist eine sehr gute Möglichkeit, diesen Wunsch zu erfüllen. Sie listet deshalb idealerweise nicht nur die aktuellen Stellenangebote auf, sondern gibt Aufschluss über das Arbeiten im Unternehmen. Gern gesehen sind Bilder oder sogar Videos, in denen neben tatsächlichen Mitarbeitenden auch ein Einblick in das Arbeitsumfeld und die Arbeitsplätze gegeben wird.


Neben den großen Stellenbörsen auch spezielle Plattformen beachten

Klar: Auf großen Börsen wie Indeed oder Stepstone sollte ein Stellenangebot nicht fehlen. Immer wichtiger wird außerdem das Karrierenetzwerk LinkedIn als Anlaufstelle für Jobsuchende. Die Webseiten und Netzwerke schaffen Reichweite, aber für manche Berufe tummeln sich die Bewerber*innen an anderer Stelle. Denn darüber hinaus gibt es auch speziellere Plattformen, die etwa nur Stellenanzeigen für bestimmte Bereiche wie IT-Berufe aufnehmen. Dort kann sich ein Inserat ebenfalls lohnen. Ein entsprechend breiter Ansatz erhöht die eigene Sichtbarkeit.


Transparente und schnelle Kommunikation mit Bewerberinnen und Bewerbern

Wenn Bewerbungen eingehen, achten Sie auf eine möglichst transparente Kommunikation mit den Kandidaten und Kandidatinnen möglichst transparent und ohne lange Wartezeiten ablaufen. Zunächst wird immer eine Eingangsbestätigung der Bewerbung versandt. Aber auch danach vergeht am besten nicht viel Zeit bis zum nächsten Kontakt – die Gefahr ist sonst groß, dass der oder die Jobsuchende sich in der Zwischenzeit schon bei einem anderen Unternehmen verpflichtet hat.

Der weitere Bewerbungsprozess sollte von Anfang an klar skizziert werden – mit welchen Personen im Unternehmen finden wann die Gespräche statt, wird es Übungsaufgaben geben? Das zeigt: Ihr Unternehmen kümmert sich und ist verlässlich.

Übrigens: Kommunizieren Sie auch Absagen rechtzeitig und nicht erst nach Wochen. Das gebietet die Fairness – und sorgt für einen besseren Ruf bei Jobsuchenden.


Die eigenen Mitarbeitenden sind die beste Werbung

Für das Recruiting ist es wichtig, dass sich auch die bestehenden Kolleginnen und Kollegen wohlfühlen. Die Arbeitskultur und das Arbeitsumfeld in einem Unternehmen sind heute aufgrund von Bewertungsplattformen wie Kununu oder Glassdoor transparenter denn je. Zufriedene Mitarbeiter*innen erhöhen die Attraktivität für Jobsuchende – und empfehlen freie Stellen in ihren Karrierenetzwerken und Bekanntenkreisen gerne weiter. Bei Lendico schauen wir übrigens regelmäßig, wie sich unser Online-Feedback entwickelt und was wir besser machen können.


Ist der Bedarf besonders groß oder dringend: Holen Sie sich Hilfe

All das hilft nicht? Dann gibt es noch eine weitere Option: Unterstützung von außen. Dienstleistungsunternehmen für das Recruiting zu beauftragen kostet zwar Geld – oft 20 bis 30 Prozent des Jahresgehalts bei erfolgreicher Akquise –, ist oftmals dennoch sinnvoll. Vor allem wenn die Besetzung einer Stelle durch schnelles Wachstum, neue Projekte oder eine dünne Personaldecke besonders dringend ist. Spezialisierte Dienstleistungsunternehmen haben entsprechende Netzwerke und gehen auf mögliche Kandidatinnen und Kandidaten auch direkt zu. Das beschleunigt die Rekrutierung.

Eine mögliche Alternative sind Freelance-Recruiter*innen. Diese können in Phasen engagiert werden, in denen viel neues Personal gewonnen werden muss. Das kann günstiger sein und der Recruiter beziehungsweise die Recruiterin kann im Namen des Unternehmens auftreten. Das wirkt vertrauensfördernd. Und ab einer gewissen Unternehmensgröße beziehungsweise ab einem gewissen Personalbedarf ist es natürlich sinnvoll, eine eigene Recruiting-Stelle im Unternehmen zu schaffen.