Neue Gesetze & Regelungen: Das ändert sich 2021

Änderungen im Jahr 2021

Der Jahreswechsel steht kurz bevor und mit dem neuen Jahr ändern sich einige Gesetze. Ob Mindestlohn, Liquiditätshilfen oder Krankmeldungen: Welche Neuerungen auf Unternehmer*innen zukommen und was es zu beachten gibt, haben wir hier für Sie zusammengefasst: 


Zurück zu 19 % Mehrwertsteuer

Nach sechs Monaten endet die Senkung der Mehrwertsteuer, die beschlossen wurde, um die Wirtschaft während der Corona-Pandemie anzukurbeln. Ab dem 01.01.2021 steigt sie wieder auf 19 % bzw. 7 %.
Wichtig: Prüfen Sie Ihre  zum Jahreswechsel noch offenen Aufträge. Um 3 % Mehrwertsteuer zu sparen, kann es sich lohnen, geplante Investitionen noch dieses Jahr umzusetzen.


Mindestlohn steigt

Zum 01.01.2021 wird der gesetzliche Mindestlohn auf 9,50 Euro brutto die Stunde erhöht. Stufenweise steigt er bis 01.07.2022 auf 10,45 Euro. Für Azubis oder Praktikanten, die für maximal drei Monate angestellt sind, gilt das Mindestlohngesetz nicht.
Wichtig: Behalten Sie die Änderungen im Blick. Ein Verstoß gegen die Mindestlohnvorschriften kann teuer werden, denn Mitarbeiter können nach dem Ausscheiden aus dem Unternehmen rückwirkend eine Nachzahlung einfordern.


Elektronische Krankmeldung

Zum 01.01.2021 wird die Krankmeldung digital an den Arbeitgeber übermittelt und löst damit den gelben Schein ab. Die Vorteile liegen auf der Hand: Weniger Bürokratie, eine sichere und schnellere Zustellung und deutlich weniger Papier, was die Umwelt schont.
Wichtig: Sie müssen daran denken, die Daten bei der Krankenversicherung zukünftig selbst abzurufen, sobald sie elektronisch verfügbar sind.


Erhöhung der Entfernungspauschale

Arbeitnehmer, die zwischen ihrem Zuhause und Arbeitsplatz hin- und herpendeln, können die Entfernungspauschale steuerlich geltend machen. Als Maßnahme des von der Bundesregierung beschlossenen Klimapakets, steigt zum 01.01.2021 die Entfernungspauschale von 0,30 auf 0,35 Euro.
Wichtig: Für die Entfernungspauschale gibt es einen Höchstbetrag von maximal 4500 Euro pro Jahr.


Insolvenzantragspflicht weiterhin ausgesetzt

Aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie ist die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht bis zum 31.01.2021 verlängert worden. Die Regelung darf jedoch nur von Unternehmen genutzt werden, die überschuldet, aber nicht generell zahlungsunfähig sind.
Wichtig: Nur Unternehmen, die im November oder Dezember einen Antrag auf staatliche Hilfe gestellt, haben Anspruch auf diese Regelung.


Entschädigung für Selbstständige und Freiberufler bei Quarantäne

Selbstständige, denen Quarantäne verordnet wird, erhalten auf Antrag eine Entschädigung. Diese bemisst sich nach dem Verdienstausfall und maximal für die ersten sechs Wochen.
Wichtig: Alle Anträge müssen spätestens 12 Monate nach Beginn des Tätigkeitsverbots oder dem Ende der Quarantäne gestellt werden.


Einfuhrumsatzsteuer bald ab erstem Cent fällig

Die Einfuhrumsatzsteuer wird fällig, wenn Unternehmen Gegenstände aus einem Land außerhalb der EU, einführen. Bisher waren Waren im Wert von bis zu 22 Euro von der Einfuhrumsatzsteuer befreit. Diese Freigrenze wird zum 01.07.2021 abgeschafft, womit die Einfuhrumsatzsteuer bereits ab einem Warenwert von einem Cent wirksam wird.
Wichtig:  Nicht alles daran ist schlecht, denn die Maßnahme erfolgt, um Mehrwertsteuerbetrug wirksam zu bekämpfen und die Wirtschaft innerhalb der EU zu stärken .


Neue CO2-Steuer

Ab 2021 gilt eine CO2-Bepreisung für die Sektoren Gebäude und Verkehr. Mit Einführung des CO2-Preises will die Bundesregierung einen Anreiz für klimafreundliches Wirtschaften setzen.
Wichtig: Unternehmen, die Brennstoffe wie Benzin, Heizöl, Erdgas und Diesel auf den Markt bringen, müssen Emissionsrechte für den entstehenden Treibhausgas-Ausstoß erwerben. Zunächst wird sich der Preis auf 25 Euro pro Tonne Co2 belaufen.