Neues Förderprogramm für Innovationen des Mittelstands

Förderprogramm Vorfahrt für den Mittelstand

Die Bundesregierung präsentiert ein neues Förderprogramm für Innovationen des Mittelstands

Rund 16 Millionen Menschen sind bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) tätig und 83 % aller betrieblichen Ausbildungsplätze in Deutschland werden von KMU bereitgestellt. Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim zählt in seiner Innovationserhebung, dass zwischen 2012 und 2014 125.000 KMU Produkt- und/oder Prozessinnovationen realisiert haben. Der Anteil innovativer KMU sei in keinem anderen großen europäischen Land höher als bei uns. Die Innovationsausgaben deutscher Unternehmen seien laut BMBF zwar auf einem insgesamt hohen Niveau, doch der Anteil der KMU daran würde immer geringer.

Bundesministerium für Bildung und Forschung

Bundesministerium für Bildung und Forschung, Quelle: www.bmbf.de

Mit dem Programm “Vorfahrt für den Mittelstand” will das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) künftig Ideen, Anwendungsmöglichkeiten und Geschäftsmodelle von KMU fördern und für eine weite Verbreitung und Nutzung von Forschungsergebnissen und Modelllösungen unter den KMU sorgen. Dadurch sollen Mittelstandsbetriebe, die bisher weniger in Forschung investiert haben, ermutigt werden, eigene Innovationsbemühungen zu starten, und so der deutsche Mittelstand verstärkt in die Entwicklung von Schlüsseltechnologien eingebunden werden.

Das Förderprogramm besteht laut BMBF aus den folgenden zehn Punkten:

  1. Da KMU der Kern des deutschen Wirtschaftsmodells sind, wird das BMBF in dieser Legislaturperiode den Gesamtumfang seiner Förderung für die Unterstützung dieser Unternehmen gezielt nach ihrer spezifischen Stellung in den jeweiligen Innovations- und Wertschöpfungsketten der deutschen Volkswirtschaft bis 2017 um 30 % auf rund 320 Mio. Euro pro Jahr erhöhen.
  2. Um die Rolle von KMU bei Forschungskooperationen, besonders in den Bereichen ‘Digitale Wirtschaft’, ‘Gesundes Leben’ und ‘Nachhaltiges Wirtschaften’, zu erweitern, wird die Förderinitiative “KMU-innovativ” ausgebaut. Künftig werden Ausschreibungen in den Fachprogrammen konsequent auf KMU zugeschnitten.
  3. Um KMU zu ermutigen, ihre Ideen und Erkenntnisse in die betriebliche Praxis umzusetzen, werden KMU gefördert, die bestehende Industrie-4.0-Referenzanlagen als “Testumgebungen” für eigene Lösungen nutzen.
  4. Damit der Zugang für den Mittelstand zu Kompetenzen der Wissenschaft erleichtert wird, fördert das BMBF die Zusammenarbeit mit Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen etwa mit der Maßnahme “Starke Fachhochschulen – Impuls für die Region”, um Hochschulen als Innovationspole zu stärken und Kooperationen anzustoßen.
  5. Um die Entwicklung ebenso wie die Gründung von Geschäftsmodellen zu unterstützen, etabliert das BMBF deutschlandweit Innovationsforen, in denen KMU und Forschungseinrichtungen gemeinsam technologie- und disziplinübergreifend neue Ideen und deren Umsetzung in die Praxis entwickeln.
  6. Um KMU in ihrer Rolle als regionale Impulsgeber für Wertschöpfung und Garant für Arbeits- und Ausbildungsplätze zu fördern, will das BMBF Deutschlands Netzwerk- und Clusterlandschaft strategisch nutzen, damit diese als Katalysator und Vermittler zu anderen starken Partnern wirken.
  7. Um das Wertschöpfungspotenzial von KMU zu gewähren und internationale Kooperationen und Wirtschaftsbeziehungen mit diesen aufzubauen, baut das BMBF nach dem bewährten “2+2 Projektsatz” (je ein Unternehmen und eine Forschungseinrichtung aus zwei Ländern) internationale Projektverbünde auf.
  8. Das Projekt “Transfer über Köpfe” des BMBF soll dem Mittelstand die Möglichkeit bieten, Fachkräftenachwuchs zu sichern. Auch die Unterstützung bei der Besetzung technischer beruflicher Ausbildungsplätze steht hierzu im Fokus und das Sonderprogramm “Digitalisierung der Überbetrieblichen Berufsbildungsstätten und Kompetenzzentren” wird eingeführt.
  9. Für die Unterstützung der Entwicklung von notwendigen Kompetenzen für den Wandel in der Arbeitswelt und in den Produktionsprozessen der KMU, fördert das BMBF mit dem Forschungsprogramms “Innovationen für die Produktion, Dienstleistung und Arbeit von morgen” Modellprojekte und die Verbreitung deren Ergebnisse.
  10. Um “Vorfahrt für den Mittelstand” zu gewährleisten, ergänzt das BMBF die Förderinitiative “KMU-innovativ” um ein Einstiegsmodul, das die Finanzierung kurzer Machbarkeitsstudien im Vorfeld eines FuE-Projekts ermöglicht und erleichtert die Antragsverfahren für Fördermaßnahmen für KMU.
Bundesministerium für Bildung und Forschung

Bundesministerium für Bildung und Forschung, Quelle: www.bmbf.de

So sollen die sogenannten “hidden champions” unserer Wirtschaft als Garanten für Wachstum und Wohlstand in den nächsten Jahren gezielt unterstützt werden, damit sie in Deutschland bleiben und helfen, die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu meistern.

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