Am Ostersonntag wird die Uhr eine Stunde vorgestellt – Sommerzeit

Zeitumstellung zur Sommerzeit

Es ist wieder so weit. In der Nacht zum Ostersonntag wird die Uhr auf Sommerzeit umgestellt.

Wird die Uhr eine Stunde vor oder zurück gestellt?
Warum wird die Zeit überhaupt umgestellt?
Und inwieweit beeinflusst uns diese Umstellung?

Am 27. März 2016, Ostersonntag, ist es wieder an der Zeit – Die Uhren werden um zwei Uhr nachts (Winterzeit) eine Stunde auf drei Uhr vorgestellt, um die Sommerzeit einzuläuten. Das bedeutet, in dieser Nacht steht uns eine Stunde weniger Schlaf zur Verfügung. Dafür jedoch bleibt es nun abends länger hell.

Tipp: So können Sie sich merken, ob die Uhr eine Stunde vor oder zurück gestellt wird

Ist es wieder soweit, dass die Umstellung auf Sommer- bzw Winterzeit ansteht, denken Sie einfach an Ihre Gartenmöbel. Im Sommer werden diese VOR das Haus gestellt und auch die Uhr wird eine Stunde vorgestellt. Zum Winter werden die Möbel wieder ZURÜCK ins Haus gebracht und die Uhr wird eine Stunde zurück gedreht.

Gartenmöbel im Sommer mit einem Tulpenstrauß

Ziel dieser Zeitumstellung war 1980 die optimale Tageslichtnutzung und demnach die Energieeinsparung von privaten Haushalten und Firmen während der Sommermonate. Mit dem Ziel, ein reibungsloses Funktionieren des europäischen Binnenmarkts sicherzustellen, wurde 2002 mit der EU-Richtlinie 2000/84/EG eine jährliche, verbindliche und zeitlich unbegrenzte Zeitumstellung für alle Mitgliedsstaaten eingeführt. Als Gründe wurden etwa Erleichterungen für den Handel und Energieeinsparungen genannt.

Ob die Zeitumstellung jedoch tatsächlich Auswirkungen auf den Energieverbrauch und den Handel hat, ist umstritten.

Kritiker der Zeitumstellung verweisen zudem auf die Folgen für die Gesundheit des Menschen durch die Zeitumstellung. Es komme nach der Umstellung beispielsweise zu mehr Unfällen im Straßenverkehr und vermehrten Herzinfarkten. Um diesen Vorwürfen auf den Grund zu gehen, führte das Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) eine Studie durch, die auf 212 Seiten Antworten auf alle Fragen zur Sommerzeitumstellung gibt.
Beispielsweise verweist das TAB darauf, dass es, bedingt durch den späteren Eintritt der Tageshelligkeit, zu einem zusätzlichen Energieaufwand durch künstliche Beleuchtung auf Baustellen kommt – denn abends ist es zwar länger hell, morgens dafür auch länger dunkel. Die theoretisch angedachte Energieeinsparung in den Abendstunden hebt sich also durch den Mehrbedarf in den Morgenstunden wieder auf. Laut des TAB bemessen sich zwar die Stromeinsparungen von Privathaushalten auf bis zu 0,9%. Im Gegensatz dazu haben Firmen aber einen Mehraufwand von etwa 1%. Ähnlich sehe es beim Verbrauch von Raumwärme bzw. Klimatisierung aus. Allerdings fänden sich hier große Unterschiede zwischen den verschiedenen Mitgliedstaaten der EU und der Mehrverbrauch an Energie übersteige stets die Einsparungen.

Außerdem könne man laut des TAB davon ausgehen, dass die Produktivität eines Menschen unter künstlicher Beleuchtung um etwa 5 % gemindert ist, im Vergleich zu natürlicher Beleuchtung. Das wiederum kann zu einem Produktivitätsverlust von circa 30 Mio. Euro in der Gesamtwirtschaft führen.

Nicht zu leugnen sei der Fakt, dass die Zeitumstellung auch eine Umstellung für den Körper bedeutet, welche mal gut und mal schlecht verarbeitet werden kann. Der menschliche Körper muss sich zunächst an die veränderten Uhrzeiten gewöhnen, was wiederum das circadiane System, also den Schlafrhythmus, des Menschen kurzfristig aus dem Gleichgewicht bringen kann. Schlafstörungen sind häufig die Folge. Hierbei fiel besonders auf, dass die Anpassung von Winterzeit auf Sommerzeit für den menschlichen Körper anscheinend viel schwieriger ist, als die Umstellung auf die Winterzeit. Nichtsdestotrotz bewertet das TAB diese Anpassungsschwierigkeiten als nicht gefährlich für die allgemeine menschliche Gesundheit.
Um eine Gefährdung der menschlichen Gesundheit aber hundertprozentig ausschließen zu können, ebenso wie den Wertschöpfungsverlust der europäischen Wirtschaft aufgrund von Produktivitätsminderung zu verringern, müsste eine Änderung der Richtlinie 2000/84/EG zur Regelung der Sommerzeit erreicht werden. Das TAB skizziert hierfür mehrere Optionen, welche Sie unter folgendem Link einsehen können: www.tab-beim-bundestag.de.

Als Fazit räumte das TAB ein, dass es “keine belastbaren quantitativen” Daten über die wirtschaftliche Auswirkungen der Sommerzeit gäbe. Darüber hinaus könne man behaupten, dass wenn die Einführung der Umstellung auf Sommerzeit wirklich so drastische Konsequenzen auf die Wirtschaft haben würde, diese vermutlich nicht schon seit über 30 Jahren Bestand habe. In den meisten Branchen (z. B. Landwirtschaft, Schienenverkehr) sei es mittlerweile zu einer Routineaufgabe geworden, sich mit der Zeitumstellung “zu arrangieren”. Allerdings lassen sich auch keine Belege anführen, die einen möglichen ökonomischen Nutzen der Sommerzeit darlegen können. Für Kritiker, sowie für Befürworter der Sommerzeit fehlen also die wissenschaftlichen Grundlagen, um ihre jeweiligen Thesen zu stützen.

Also grämen Sie sich nicht wegen einer vermeintlich geklauten Stunde Schlaf – genießen Sie einen frühlingshaften Ostersonntag mit etwas mehr Tageslicht bei der Ostereiersuche!

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