Von Schläuchen und Buchsen

Automobilzulieferer

Geschäftsführer Hugo Schön im Hauptwerk in Bad Soden-Salmünster.

Warum ein Automobilzulieferer bei seiner Warenvorfinanzierung auf einen Online-Kredit setzt

In Zeiten von Verkehrswende und Abgasskandal sieht sich derzeit kaum eine andere Branche derart großen Herausforderungen gegenüber wie die der Automobilproduzenten. Die Unsicherheit, die sich etwa in plötzlichen Änderungen in der Modellpolitik und damit in der Produktion äußern kann, trifft aber noch einen anderen Industriezweig: die Automobilzulieferer. Wohl dem, der sich nicht auf die Rolle des Reagierenden beschränkt.

Wendiger Spezialist aus Hessen

Da ist beispielsweise die Schön GmbH & Co. KG. Bereits vor fünf Jahren hat Inhaber und Geschäftsführer Hugo Schön die Strategie und das Portfolio seiner 1995 gegründeten Firma umgestellt. Dieses vorrausschauende Denken zahlt sich aus, denn über mangelnde Aufträge kann das Unternehmen, das sich voll auf Wachstumskurs befindet, nicht beklagen. Rund 25 Mitarbeiter sind im Hauptwerk in Bad Soden-Salmünster beschäftigt. Hinzu kommen weitere 35 Beschäftigte, die in einem serbischen Werk arbeiten. Dieses wurde erst kürzlich ausgebaut. Außerdem kooperiert der hessische Zulieferer seit 15 Jahren mit zwei Betrieben in der Türkei, die fast ausschließlich Produkte für die Schön GmbH & Co. KG fertigen.


Hier werden gerade Schläuche für die Automobilindustrie gefertigt.

An den verschiedenen Standorten werden Schläuche für die Automobilbranche gefertigt, die beispielsweise zur Dachentwässerung dienen oder für die Entlüftung der Scheinwerfer genutzt werden. Für die allgemeine Industrie werden etwa Dichtungen und Buchsen hergestellt. So erzielt die Schön GmbH & Co. KG mit ihrer Produktpallette jährlich einen Umsatz von etwa 4,3 Millionen Euro.

Größter Kunde des erfolgreichen Automobilzulieferers sind übrigens die Marken des VW-Konzerns. Mit einigen arbeitet Hugo Schön bereits seit über 35 Jahren zusammen. Diese Treue hat einen guten Grund: anders als die großen Wettbewerber kann Schön GmbH & Co. KG aufgrund der Unternehmensgröße schnell und flexibel reagieren, was angesichts zunehmend verkürzter Entwicklungszeiten von den Kunden sehr positiv bewertet wird. Weil zu erwarten ist, dass diese Zeiträume aufgrund der Umstellung auf Elektromobilität künftig noch kürzer werden, muss sich der Mittelständler also vorerst keine Sorgen um seine Auftragslage machen.

Wachstum mittels Fremdkapitals

Ganz unbemerkt geht der Dieselskandal dann aber auch nicht an dem Unternehmen vorbei: die Informationspolitik seitens der Kunden und die Einkaufspolitik sei durchaus verbesserungswürdig, meint der ehemalige Vertriebsingenieur. Um die Umsatzeinbußen besser überbrücken zu können, hat Hugo Schön einen Lendico-Kredit über 150.000 Euro aufgenommen. Auf den digitalen Finanzierer ist der Unternehmer offline, nämlich über ein Werbeprospekt, aufmerksam geworden. Überzeugt hat ihn, dass er nur wenige Dokumente einreichen musste, der Antragsprozess somit sehr schlank war und die Abwicklung schnell und unkompliziert ablief.


Herr Schön in seinem Büro.

„Mit Lendico geht die gesamte Kreditabwicklung deutlich schneller und unkomplizierter.“

Das frische Kapital, das er von Lendico erhalten hat, floss aber auch in die Vorfinanzierung von sogenannten Spritzgieß-Werkzeugen. Außerdem konnte der Geschäftsführer das Vormateriallager, welches bei neuen Aufträgen aufgestockt werden muss, ausbauen.

Und der Unternehmer hat bereits weitere Pläne: in den kommenden zwei Jahren soll der Zuliefererbetrieb pro Jahr mindestens 25 Prozent Umsatzwachstum generieren. Um dieses Ziel auch zu erreichen, braucht es neue Kunden. Dazu baut der Geschäftsführer derzeit seinen Vertrieb aus.