Wer trifft in Familien die finanziellen Entscheidungen?

Wer hat das letzte Wort bei Finanzentscheidungen?

Noch vor 30 Jahren waren große finanzielle Entscheidungen in deutschen Familien fest in Männerhand. Wie sieht es heute aus? Entscheiden Partner gemeinsam, wenn es ums Geld geht? Eine Erhebung des Statistischen Bundesamtes hat genau das untersucht. Hier die Ergebnisse.

Die Zeiten der einseitigen Entscheidungsmacht gehören der Vergangenheit an. In der Befragung des Statistischen Bundesamtes gaben mindestens zwei von drei Mehrpersonenhaushalten (69%) an, sämtliche finanziellen Ressourcen gemeinsam zu verwalten. Noch größer fiel die gemeinschaftliche Verwaltung bei Haushalten mit Kindern aus: So gaben 78% der Paarhaushalte mit Kindern und 73% der Paarhaushalte ohne Kind an, alle finanziellen Entscheidungen gemeinsam zu treffen.

Unterschiede der Geschlechter

Betrachtet man diese Zahlen jedoch etwas genauer, werden dennoch leichte Unterschiede zwischen den Geschlechtern deutlich. Von den Haushalten mit mindestens einem Verantwortlichen für das Haushaltsbudget nannten 73% der Haushalte an erster Stelle eine männliche Person und nur 27% der Haushalte eine weibliche Person. Die Entscheidungsgewalt wenn es um Finanzen geht, überwiegt auf Seiten der Männer demnach noch immer. Immerhin doppelt so viele Männer (6%) wie Frauen (3%) gaben an, dass sie über die Verwendung der Ersparnisse allein bestimmten. Auch bei der Frage nach der Aufnahme von Krediten hatten mehr Männer als Frauen das letzte Wort in ihren Partnerschaften: 7% der Männer und nur 1,4% der Frauen trafen hier die Entscheidungen eher allein.  

Die Höhe der Ausgabe macht den Unterschied

Bei finanziellen Entscheidungen ist aber vor allem zwischen großen und kleinen Ausgaben zu unterscheiden. Bei den weniger kostenintensiven Entscheidungen, wie den täglichen Einkäufen, entscheiden nur 68,3 % der Paare gemeinsam. Am häufigsten waren hingegen beide Partner beteiligt, wenn es um Entscheidungen über die Anschaffung teurer, langlebiger Gebrauchsgüter und Möbel ging (94,9%). Auch über die Verwendung der Ersparnisse wurde überwiegend (91,6%) gemeinsam entschieden.

Große Entscheidung – große Verantwortung

Deutlich ist also, je größer, teurer und langlebiger die Entscheidung, desto wichtiger scheint es den Deutschen, nicht allein zu entscheiden, sondern den Partner zu Rate zu ziehen. Und genau das ist wichtig, da solche Entscheidungen meist von beiden Partnern mitgetragen werden müssen, um sie zu finanzieren. Gerade Entscheidungen, bei denen es um viel Geld geht, bedeuten eine große Verantwortung. Und wenn diese Verantwortung nicht nur auf den Schultern einer einzigen Person im Haushalt lastet, so kann das vor Fehltritten schützen.

Finanzielle Entscheidungen – ob allein oder gemeinsam getroffen – wollen immer gut durchdacht sein. Deshalb: Egal, welches große Vorhaben Sie planen, nur bei gut überlegten Entscheidungen sind Sie auf der sicheren Seite.

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