Wie sich ein Apotheker gegen die digitale Konkurrenz behauptet

Apotheker


Für den Kunden ist es heute oftmals nicht nur bequemer Produkte und Waren online zu kaufen, sondern auch günstiger. Dies hat jedoch Folgen: stationäre Anbieter geraten unter Druck. Das gilt natürlich nicht nur für den Einzelhandel, sondern auch für Apotheken.

Der Werdegang

Einer, der diese Erfahrung macht, ist Apotheker Andreas Gerlach. Ihm gehören zwei Apotheken in Saarbrücken: die Einhorn Apotheke, die der studierte Pharmazeut 2005 übernahm, und die Linden Apotheke, die er fünf Jahre später erwarb. Beide Geschäfte liegen in Stadtteilen, die noch einen sehr dörflichen Charakter haben. „Bei uns wird sehr großen Wert auf den persönlichen Kontakt gelegt. 90 Prozent sind Stammkunden, die wir in allen Lebens- und Krankheitsphasen begleiten“, sagt der gebürtige Saarbrücker. Seinen Beruf vergleicht Andreas Gerlach mit dem eines Arztes, der auch mit dem „ganzen“ Menschen zu tun hat. Und so komplex der menschliche Körper eben sei, so vielschichtig seien auch die täglichen Anforderungen. Eine wirkliche Routine gäbe es daher in seinem Beruf nicht, was ihn so spannend mache, erzählt der studierte Pharmazeut, der bereits vor 15 Jahren mit seiner Schwester ein erstes Unternehmen gründete: das Personaldienstleistungsunternehmen approtime, das auch heute noch Fachpersonal wie approbierte Apotheker und Pharmazeutisch-technische Assistenten als Urlaubs- und Krankheitsvertretung an Apotheken vermittelt.


Apothekerschrank von Andreas Gerlach

Die passende Finanzierung

Eine unternehmerische Herausforderung ist neben dem Mangel an Fachpersonal auch der Preisdruck bei Medikamenten durch die digitale Konkurrenz. Um hier dauerhaft konkurrenzfähig zu sein, entschied sich der erfahrene Apotheker, einen bestehenden Warenkredit abzulösen. Ein wichtiger Schritt, um seine Verhandlungsposition gegenüber dem betreffenden Lieferanten zu verbessern – und damit auch die Einkaufskonditionen. Ein passendes Angebot fand Andreas Gerlach bei dem Online-Finanzierer Lendico, auf den er durch ein Werbeprospekt aufmerksam wurde. Angenehm überrascht hätte ihn der einfache Prozess: „Nachdem ich meine Unterlagen bei Lendico eingereicht habe, gab es eine schnelle Entscheidung. So stelle ich mir eine Geschäftsbeziehung vor!“


Andreas Gerlach mit seiner Tochter

Mit der Finanzierung über 300.000 Euro ist nun ein wichtiger Grundstein für die Zukunft der beiden Apotheken gelegt, in denen 20 Mitarbeiter in Voll- und Teilzeit beschäftigt sind. Was sich der Saarbrücker wünscht? Weiterhin im Ort verwurzelt zu bleiben und den Patienten mehr anbieten zu können als die reine Arzneimittelübergabe. Denn das mache die Apotheke vor Ort schließlich aus. „Wir als Apotheker haben immer ein offenes Ohr für den Patienten, geben Antworten, Tipps und Ratschläge. Es geht schließlich um mehr als nur eine Schachtel Medikamente auszuhändigen, sondern darum eine Anlaufstelle für die Menschen zu sein. So verstehe ich meine Apotheken und meinen Beruf.“