Wie Sie Ihre Bonität und damit Ihre Chancen auf einen Firmenkredit verbessern

Ein Mann steht vor einer Tafel, auf der mehrere Bonitätsstufen angezeigt werden.

Ob und zu welchen Konditionen ein Unternehmen einen Firmenkredit erhält, hängt von seiner Bonität ab. Die Bonität, also die Kreditwürdigkeit, gibt die Wahrscheinlichkeit wieder, ob das Unternehmen in der Lage ist, ein Darlehen zurückzuzahlen. Eine gute Bonität verbessert die Chancen auf einen Firmenkredit und verringert die Zinshöhe – und hat damit direkten Einfluss auf die Handlungsfähigkeit eines Unternehmens.

Natürlich beurteilt jeder Kreditanbieter anhand eigener Kriterien, wie kreditwürdig ein Unternehmen ist. Dabei greifen viele Anbieter für die Bewertung auch auf Auskunfteien wie die Creditreform zurück. Die Creditreform erstellt einen eigenen Bonitätsindex, den Crefo-Score. Jeder Firma wird ein Wert zugeteilt, der ihre Kreditwürdigkeit abbildet. Da der Crefo-Score große Bedeutung für die Finanzierungsmöglichkeiten eines Unternehmens hat, ist es wichtig, ihn zu kennen und zu verstehen.


Wie sich der Crefo-Score zusammensetzt

Der Bonitätsindex der Creditreform basiert auf 14 Faktoren, die unterschiedlich stark gewichtet sind. Am meisten Gewicht haben die Zahlungsweise, also etwa ob ein Unternehmen seine Zahlungsziele einhält, und das Krediturteil, das die Creditreform einem Unternehmen zuweist. Die vollständige Auflistung der Bewertungsfaktoren finden Sie hier:

– Zahlungsweise
– Krediturteil
– Jahresabschlussdaten
– Branchenrisiko
– Unternehmensentwicklung
– Umsatz
– Rechtsform
– Unternehmensalter
– Regionenrisiko
– Auftragslage
– Kapital
– Erfahrung Management
– Anzahl Mitarbeiter
– Verhältnis Umsatz / Mitarbeiter
– Verhältnis Kapital / Umsatz

Der Crefo-Score reicht von 100 bis 600 Punkten, wobei 100 für eine ausgezeichnete Bonität und 600 für eine ungenügende Bonität steht. Wenn Sie sich ein Bild machen möchten, wie die Bonitätsauskunft der Creditreform aussieht, finden Sie hier (PDF-Datei) ein Muster der sogenannten Premiumauskunft. Diese stellt die detaillierteste Auskunftsform dar und enthält die meisten Daten über ein Unternehmen.


Kostenlose Selbstauskunft einholen

Unternehmen haben das Recht, einmal pro Jahr eine kostenlose Selbstauskunft bei Auskunfteien wie der Creditreform einzuholen. Dadurch erhalten sie alle Daten, die dort hinterlegt sind und ihr Bonitäts-Scoring beeinflussen. Diese Möglichkeit sollten Unternehmen nutzen, um zu prüfen, ob alle Daten korrekt sind und an welchen Stellen es Verbesserungspotenzial hinsichtlich des Scorings geben könnte.

So lässt sich auch feststellen, ob das Unternehmen überhaupt bei der Creditreform hinterlegt ist. Zwar bezieht die Creditreform ihre Daten unter anderem aus öffentlichen Registern, aber es kommt vor, dass Unternehmen gar nicht in der Datenbank der Auskunftei auftauchen und somit auch keinen Crefo-Score haben – was die Chancen auf einen Firmenkredit reduziert. Hier lässt sich eine kostenlose Selbstauskunft der Creditreform anfordern. Die Auskunfteien bieten häufig auch kostenpflichtige Angebote an, mit denen Unternehmen die hinterlegten Daten regelmäßig einsehen und überprüfen können.


Die hinterlegten Daten aktuell halten

Es ist wichtig, dass die bei der Creditreform hinterlegten Daten stets korrekt und aktuell sind. Wenn ein Kreditgeber bei einer Kreditanfrage auf die bei der Creditreform hinterlegten Daten zurückgreift und sich herausstellt, dass diese falsch oder veraltet sind, kann dies die Erteilung des Firmenkredits verzögern beziehungsweise negativ beeinflussen.

Korrekte Daten können außerdem zu einem besseren Crefo-Score führen, wenn positive Merkmale des Unternehmens in der Creditreform-Datenbank hinterlegt sind. Nutzt ein Unternehmen beispielsweise häufig Skonto-Möglichkeiten, kann das zu einer besseren Bonität beitragen – jedoch nur, wenn die Auskunftei darüber auch in Kenntnis ist.


Tipps, um den Crefo-Score zu verbessern

Einige Faktoren, die in den Crefo-Score einfließen, lassen sich (kurzfristig) nicht ändern. Dazu gehören etwa die Rechtsform des Unternehmens oder das Branchenrisiko. Dennoch haben Unternehmen laut Creditreform durchaus die Möglichkeit, Einfluss auf den Crefo-Score zu nehmen und somit ihre Kreditwürdigkeit zu verbessern.

Rechnungen frühzeitig zahlen: Die Zahlungsweise eines Unternehmens hat großen Einfluss auf den Crefo-Score. Zahlungsziele sollten eingehalten und Rechnungen rechtzeitig beglichen werden. Wenn Geschäftspartner die Möglichkeit eines Skontoabzugs für das frühzeitige Begleichen einer Rechnung anbieten, ist es auch aus Sicht der Bonität sinnvoll, davon Gebrauch zu machen und dies in den eigenen Geschäftszahlen transparent auszuweisen.

Eigenkapitalquote erhöhen: Die Eigenkapitalquote ist ein wichtiger Faktor für die Bonität. Ist sie zu niedrig, schlägt sich das in der Regel negativ auf den Crefo-Score nieder. Auch die Kreditanbieter selbst schauen genau auf diese Kennzahl. Um die Eigenkapitalquote zu erhöhen, können Unternehmen zum Beispiel Ausschüttungen reduzieren und Gewinne in größerem Maß im Unternehmen halten.

Effizientes Forderungsmanagement: Die Liquidität ist ebenfalls ein wichtiger Faktor für die Bonität. Offene Forderungen sollten möglichst reduziert beziehungsweise frühzeitig eingetrieben werden. Gegebenenfalls kann auch das sogenannte Factoring sinnvoll sein, also das Auslagern von offenen Forderungen an einen Dienstleister. Zu einem effizienten Forderungsmanagement gehört außerdem, bereits vor der Aufnahme von Geschäftsbeziehungen mit einem Kunden dessen Bonität zu prüfen, um möglichen Zahlungsausfällen von Anfang an vorzubeugen. Dies gilt insbesondere bei größeren Aufträgen.


Weitere Tipps finden Sie auch in unseren Blogartikeln „Wie Unternehmen ihre Chancen auf einen Firmenkredit erhöhen“ und „Was Sie bei der Zusammenstellung Ihrer Unterlagen beachten sollten“.