„Wir haben von Anfang an beschlossen, den Kopf nicht hängen zu lassen.“

Cornelia Werner, Geschäftsführerin Pixel Computer


Glaubt man der Website von Pixel Computer, ist Cornelia Werner die „Seele der Firma“. Gemeinsam mit ihrem Mann Frank leitet sie ein 12-köpfiges Team in Puchheim bei München. Pixel Computer baut und verkauft Computer für Fotografen und Videofilmer. Wir wollten von Cornelia Werner wissen, welchen Einfluss die Corona-Krise auf das Geschäft hatte und wie der Firmenkredit über Lendico dabei hilft, die Unternehmensziele zu realisieren.


Sie leiten das Unternehmen gemeinsam mit Ihrem Mann Frank Werner. Wann hat alles angefangen und wie ist Ihr persönlicher Werdegang?

Ich bin eigentlich studierte Betriebswirtin. Nach meinem Studium habe ich das Call Center einer großen Bank geleitet. Mein Mann ist Wirtschaftsinformatiker und Fotograf. Vor über 20 Jahren hat er eine Unternehmensberatung gegründet, um Fotografen und Videofilmer zu schulen. Bei den Schulungen kam immer wieder die Frage nach einem passenden Computer auf. So ist 2012 Pixel Computer entstanden. Da mir der Umgang mit Kunden schon immer gut gefallen hat, bin ich neben dem Marketing und den Finanzen auch für Personalfragen und den persönlichen Kundenkontakt zuständig.  Der Umstieg von der Bank in die eigene Firma war sicher ein großer Schritt, aber einer den ich nie bereut habe.


Sie verkaufen Hardware speziell für Fotografen und Videofilmer. Welche Produkte sind besonders gefragt und was hat es mit den von Ihnen entwickelten PixelStations auf sich?

Die PixelStations sind unsere Eigenmarke und auch unser wichtigstes Produkt. Filmer und Fotografen erhalten bei uns Computer, die speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind. Jede Software, mit der unsere Kunden arbeiten, hat unterschiedliche Anforderungen an die Hardware. Bei unserer Beratung achten wir darauf, dass jeder Kunde eine auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnittene Workstation bekommt und führen eine umfangreiche Bedarfsanalyse durch. Erst dann legen wir los und konfigurieren den für sie passenden Computer. Dazu erhalten unsere Kunden Monitore von EIZO oder speziell für uns konfigurierte mobile Lösungen von Lenovo. 


Neben dem Verkauf von Hardware betreiben Sie einen Showroom in München, vermieten Schulungs- und Seminarräume und veranstalten Workshops. Wie hat sich Ihr Geschäft durch die Corona-Krise verändert?

Wir hatten bereits vorher eine Online-Schule – die Pixel School. In dieser können Interessierte zeit- und ortsunabhängig lernen, wie sie ihren eigenen digitalen Workflow gestalten. Die Videos können immer wieder aufgerufen werden und unser Angebot wird laufend ausgebaut und ergänzt. Präsenzschulungen gab es wegen Corona keine. Ganz am Anfang haben wir uns noch nach Venedig getraut und in kleinen Gruppen Fotografie-Workshops gegeben. Unser Showroom hatte sehr lange geschlossen. Mittlerweile kommt es eben drauf an, welche Inzidenzwerte wir in München haben.




Gab es Umsatzeinbrüche?

Wir hatten zum Glück keine Umsatzeinbrüche. Der Umsatz hat sich jedoch teilweise auf andere Produkte wie zum Beispiel Monitore verlagert. Und natürlich konnten wir keine Schulungen anbieten oder zu Kunden fahren, um vor Ort Einzelberatungen zu machen.


Wie nutzen Fotografen und Videofilmer die Zeit während der Corona-Krise?

Für professionelle Fotografen ist Corona ein schwieriges Thema. Hochzeiten, Erstkommunion, Firmenporträts – das alles ist weggefallen. Als Soloselbstständige haben sie auch nicht die gleiche Unterstützung erhalten wie in anderen Branchen. Viele nutzen die Zeit für Fortbildungen. Da kommt unsere Pixel School gerade recht. Andere arbeiten Altbestände an Bildern auf oder setzen Kunstprojekte um. Dinge, für die sie vorher nie Zeit hatten. Ehrlicherweise muss man aber auch sagen, dass viele Fotografen derzeit berufsfremden Tätigkeiten nachgehen, um über die Runden zu kommen.


Wie können Sie dieser Zielgruppe aktuell helfen?

Trotz Corona-Krise achten wir auf stabile Preise. Wir haben den Mehrwertsteuervorteil zu 100 Prozent an unsere Kunden weitergegeben, obwohl das mit viel Verwaltungsaufwand verbunden war. Aber der faire und transparente Umgang mit unseren Kunden ist uns wichtig. Und natürlich können Fotografen und Filmer mit PixelStations schneller und effektiver arbeiten. Gerade in dieser Branche gilt: Zeit ist Geld.


Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hellt sich auf und viele Unternehmen blicken wieder optimistischer in die Zukunft. Zeichnet sich bei Ihnen ebenfalls eine positive Entwicklung ab?

Wir haben von Anfang an beschlossen, den Kopf nicht hängen zu lassen. Im Dezember haben wir unsere erste Onlinemesse veranstaltet, im April folgt eine weitere. Hier werden wir auch mit Partnern zusammenarbeiten. Es ist schön, wenn Leute mal wieder zusammengebracht werden. Im IT-Bereich haben wir aktuell ein Problem mit der Komponenten-Knappheit. Gerade bei Grafikkarten oder Prozessoren. Firmen in Japan und China sind wegen Corona immer mal wieder geschlossen oder können nur mit halber Kraft arbeiten. Auch gibt es gelegentlich Probleme mit dem Zoll oder Schiffe hängen im Suezkanal fest (lacht). Die Knappheit treibt leider die Preise in die Höhe. Da wir diese nicht an unsere Kunden weitergeben wollen, erhöhen wir unsere Lagerbestände, aber das ist natürlich teuer. 


Über Lendico haben Sie Anfang des Jahres einen Firmenkredit in Anspruch genommen. 40.000 Euro über fünf Jahre. Wofür verwenden Sie den Kredit?

Wir haben stark in unsere Lagerhaltung investiert. Normalerweise kaufen wir nur ein, was wir auch wirklich brauchen, aber aufgrund der Kapazitätsengpässe mussten wir unser Lager aufstocken. Das befindet sich auf einem Gewerbehof im Münchner Westen. Auf circa 300 Quadratmetern werden hier auch unsere PixelStations produziert. Das andere sind die Messen. Bald starten die „Fototage“ in Fürstenfeldbruck oder die „Photo + Adventure“ in Wien. Die Auftritte müssen wir vorab planen, und da bei den Messebauern im Moment nichts los ist, haben sie Zeit, mit uns zusammenzuarbeiten. Das nutzen wir gerade.


Was hat Sie an Lendico überzeugt?

Mein Kundenberater war unglaublich nett und konnte mir am Telefon schnell alle Bedenken nehmen. Es gab eine klare Ansage, welche Unterlagen benötigt werden. Von Banken kennt man das anders. Da werden ständig Unterlagen nachgefordert. Außerdem war die Kreditentscheidung sehr schnell.


Wie haben Sie sich zuvor finanziert und würden Sie sich noch einmal für eine Finanzierung mit Lendico entscheiden?

Für den Aufbau von Pixel Computer haben wir ganz am Anfang einen KfW-Kredit aufgenommen. Das ist Jahre her und mit Lendico ging das wesentlich unkomplizierter. Wir würden uns immer wieder für einen Kredit über Lendico entscheiden.


Nächstes Jahr steht das 10-jährige Firmenjubiläum an. Welche Pläne wollen Sie bis dahin realisieren?

Wir haben gewaltige Ziele, was unsere Umsätze angeht. Seit Firmengründung ist unser Umsatz jedes Jahr gestiegen. Trotz Corona. Wir werden unseren Bekanntheitsgrad in Angriff nehmen und unsere Video- und Onlineschulungen weiterentwickeln. Nicht nur im Rahmen der Pixel School. Gerade haben wir uns ein Intro designen lassen für einen eigenen YouTube-Channel. In dieser Richtung werden wir jetzt vieles angehen und gestalten.